Qualzucht

Presseerklärung  des Deutscher Mopsclub e.V (VDH/FCI)

Verfassern von Publikationen in den Medien, welche die Rasse Mops in einem sehr schlechten Licht darzustellen versuchen und die „Qualzuchtdebatte“ anstacheln, ohne die Maßstäbe einer fairen und sachlich korrekten Berichterstattung zu respektieren, sollten im Vorfeld folgende Fakten gelesen haben.

Wir möchten dazu anmerken, dass derzeit unter 10 Prozent der in Deutschland lebenden Möpse aus einem seriösen Zuchtgeschehen stammen. Die Mehrzahl der als Qualzucht deklarierten Tiere stammt aus einem komplett unkontrollierten Zuchtgeschehen (Stichwort „Wühltischwelpen“) oder wird ohne sachverständige Zuchtzulassungen vermehrt.

Zusammen tragen die beiden Zuchtverbände Deutscher Mopsclub e.V und VK e.V. im Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH e.V.) derzeit nicht einmal 500 Welpen jährlich ein – eine verschwindend kleine Zahl gegen die Übermacht der ausländischen Importhunde aus dem Handel und den kommerzorientierten inländischen Zuchtverbänden. Den Hauptanteil dürfte der echte Hundehandel ausmachen, der sich im Wesentlichen auf Billigimporte aus Ländern stützt, in denen Tierschutz nur auf dem Papier existiert. Dort interessieren noch nicht einmal die bekannt skandalösen Haltungs- und Aufzuchtsbedingungen, geschweige denn gesundheitliche Zuchtziele. Aber wir müssen gar nicht so weit in die Ferne schauen, auch in Deutschland wird der „Markt“ überwiegend von „Zuchtverbänden“ bedient, die ohne jegliche Zucht- oder Gesundheitskriterien produzieren.  Unter diesen Voraussetzungen sind in Deutschland unzählige Züchter und Zuchtverbände zu finden, in denen planlos vermehrt wird.

Der Mops und das „Brachyzephale Syndrom“- angeblich bedingt durch „zu kurze Nasen“, eine Begründung, die von unwissenden Journalisten nur allzu gerne als DIE Ursache aufgegriffen und verbreitet wird. Der Mops hat seine kurze Nase schon seit Tausenden von Jahren – auch am chinesischen Hof wurde keineswegs mit den „Langnasen“ gezüchtet, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutschland verbreitet waren. Letztere entstanden zwangsläufig durch Einkreuzungen anderer Rassen mangels originaler Ursprungshunde. Die bekannten Vitaldefizite verzeichnen wir erst vereinzelt seit etwa 30 Jahren, und zunehmend mit der explosionsartig ansteigenden Beliebtheit während der letzten 15 Jahre. Ein Grund hierfür ist, dass sich der Mops bei gleich gebliebenen Standardvorgaben ganz allmählich auf bis zu 12 – 14 kg nach oben entwickelt hat. Die mit „viel Masse auf kleinem Raum“ geforderte Körpersubstanz hat sich in der allgemeinen, unprofessionellen Umsetzung von „klein, kompakt, gute Knochenstärke und Muskelmasse“ in die Realität „fett, bindegewebsschwach und überhäutet“ verselbständigt.

 

Beim ursprünglichen Mops haben sich die Verhältnisse im Kopfbereich und den oberen Atemwegen harmonisch aufeinander eingestellt. Diese „Architektur“ muss zwangsläufig zusammenbrechen, wenn man Gewicht und Größe fast verdoppelt und dann noch davon ausgeht, dass dieses Konstrukt von einer laschen Bindegewebsstruktur zusammen gehalten werden könnte, weil man das Rassemerkmal „Faltenbildung“ entgegen aller Vernunft überidealisiert. Der Modehund-Status hat all diese Probleme dann noch potenziert.

Die Zucht ist bei gewinnorientierten Züchtern auf Geld und Menge ausgerichtet, nicht auf Gesundheit und Standardkonformität. So wurde der Mops langsam aber sicher zu groß, zu schwer, zu faltig – und kurzatmig. Unsere Verbände befassen sich schon seit Jahrzehnten mit der Rasse. Die Veränderungen blieben uns nicht verborgen, und so wurden Zuchtzulassungsprüfungen eingeführt, die neben den Auswahlkriterien Rassetyp, Rassereinheit und Vitalität auch Gewichtskontrollen bei den Zucht-Aspiranten fordert. Darüber hinaus haben wir uns nach Rücksprache mit dem VDH als vorlegbaren Nachweis für eine Zucht mit gesunden und belastbaren Möpsen für ebensolche Nachkommen auf einen vet. med. Belastungstest als zwingenden Bestandteil der Zuchtzulassung geeinigt. Seit der Durchführung ab  dem Jahr 2009 können wir heute belegen, dass nicht mal 5% bei einem vet. med. Belastungstest vorgeführte Möpse durchgefallen sind. Aber auch hier ruhen wir uns nicht auf dem Erreichten aus, sondern steigerten diese Anforderungen noch mit einem zweiten Vet. med. Belastungstest für alle Zuchttiere ab einem Alter von mindestens 2 Jahren. Seit 2014 müssen alle Möpse, die eine vorläufige Zuchtzulassung besitzen, einen 2. vet. med. Belastungstest ab einem Alter von 24 Monaten absolvieren.

Die Einzelvorstellung der Zuchttiere auf der Zuchtzulassungsprüfung verhindert Fehlentwicklungen und Übertypisierung. In diesem Sinne lauten unsere Zuchtziele:

  • Größe und Gewicht in Anlehnung an den gültigen Standard, bzw. zwingend harmonisch und athletisch zum Hund passend
  • ein kräftiger, ausreichend langer Hals
  • die geforderte „multum in parvo“ Statur besteht aus einem kompakt gedrungenen, straffen Aufbau mit fester Muskulatur ohne belastende Fettanteile
  • gut geöffnete Nasenlöcher
  • breite Fangpartie für ausreichenden Naseninnenraum und gesunde Zähne
  • der Nasenschwamm (und nicht die Nasenfalte!) ist der prominenteste Gesichtspart
  • übermäßige Faltenbildung an Kopf und Körper sowie schlaffes Bindegewebe sind ungewünscht.

Unsere Züchter züchten Welpen mit Herz und Sachverstand, weil sie die Rasse Mops und deren Charaktereigenschaften lieben. Sie nehmen viele Einschränkungen und Regelungen auf sich, um ihre Traumrasse gesund zu erhalten; z. B. die Patella-Untersuchungen von zertifizierten Veterinären, die Zuchtzulassungsprüfung (durchgeführt durch fachkundige Richter mit fundierter Ausbildung und qualifizierter Spezialkompetenz in der Rasse), Kontrollen der Zuchtstätten, Hundehaltung und Welpenaufzucht. Unsere Züchter unterliegen einer steten Fortbildungspflicht und das Auftreten genetischer Defekte wird offen behandelt, diskutiert und selektiert.

Die Summe dieser Maßnahmen ermöglicht uns die Feststellung, dass man unsere Hunde getrost als „mopsfidel“ bezeichnen darf. Unsere Hunde erreichen ein überdurchschnittliches Alter ( oft 14 Jahre und älter), verhalten sich trotz Zwerghundestatus wesensfest, instinktsicher und vital – insbesondere in Bezug auf das Fortpflanzungsverhalten und ziehen ihre Welpen ohne Eingreifen des Menschen selbst auf. Im Erhalt der genetischen Vielfalt gehen wir keine Risiken ein, sondern legen züchterischen Sachverstand an. Dabei berücksichtigen wir den Inzucht- und Ahnenverlustkoeffizienten durch Exporthunde aus dem breit gefächerten Pool der FCI (Fédération Cynologique Internationale). Einkreuzungsexperimente mit anderen Rassen lehnen wir ab – die Basis ist groß genug, um die Rasse gesund zu erhalten. Der Istzustand unserer Rasse ist ein Guter. Nur weil wir uns offensiv für die Rasse einsetzen und unsere Selektionsmaßnahmen offen darlegen, müssen wir nicht ständig medial in die Verantwortung genommen werden, schon gar nicht für Erscheinungen, die wir in jahrzehntelanger Zuchtarbeit in unseren Reihen erst gar nicht haben aufkommen lassen.

Wie bereits eingangs erwähnt, sind wir zwar immens engagiert, aber zahlenmäßig schlicht nicht in der Lage, auf die ganze Rasse betrachtet, Nennenswertes zu bewirken. Jedoch können wir dem informierten Mopsinteressenten mit einem verantwortungsbewusst gezüchteten Welpen dienen, der die besten Aussichten auf ein langes und gesundes Leben mitbringt.

Nach vielen negativen Veröffentlichungen und den verzerrten Medienkampagnen mussten wir lernen, dass wir entweder gar nicht kontaktiert wurden oder dass Beiträge grob verfälscht und aus dem Zusammenhang gerissen wurden. Wir stehen Journalisten und Medienvertretern, die den Kontakt zu uns suchen, trotzdem immer noch gerne zur Verfügung. Wir sind stolz auf unsere Rasse Mops und brauchen unsere züchterische Arbeit wahrlich nicht verstecken.

Einmal Mops, immer Mops! Denken Sie deshalb bei Interesse an einem Mopswelpen darüber nach, woher dieser Hund stammt und was für seine Gesundheit getan wurde. Für Ihre Fragen stehen wir jederzeit zur Verfügung.

Daniel Brasa
1. Vorsitzender d. Deutscher Mopsclub e.V. (VDH/FCI)