Qualzucht

Vielen Dank, dass Sie sich näher mit den Vorwürfen der „Qualzucht“ beschäftigen möchten.

Folgen Sie hierzu bitte den nachfolgenden Publikationen:

Der Mops – Gedanken zur „Qualzucht“, Historie – Gegenwart – Zukunft

Gegen Ende der 90’ger Jahre stellen wir eine zunehmende Beliebtheit der Rasse Mops fest. Oder anders: der Mops kommt so langsam in Mode. Zum damaligen Zeitpunkt erfuhr die Rasse keinerlei sonderliche Bedeutung innerhalb des VDH, da aufgrund geringer Population der Mops eher eine Minderheit und eine Randerscheinung darstellte. Es wurde im Ausstellungsring geröchelt, gehechelt, es wurden Champions gekürt und alles war offensichtlich in bester Ordnung. Fragte man einen Zuchtrichter hinsichtlich der übermäßigen Atemgeräusche, hieß es nur, dass dies rassetypisch und normal sei. Ja sogar von „nasenlos“ war im positiven Sinne im Richterbericht zu lesen.

Parallel zu unserer Feststellung geriet natürlich der Mops auch innerhalb des Schwarzmarktes in Mode. Hier bezeichnen wir neben dem Zuchtgeschehen anderer Vereine außerhalb des VDH die vielen „ohne Papiere“-Züchter, Hundehändler, Hundemärkte im Ausland etc.. Es dauerte nicht lange und der Schwarzmarkt boomte.

Auch die Zahl der VDH-Züchter stieg an und es wuchs mehr und mehr innerhalb der rassebetreu¬enden Vereine das Bewusstsein, hinsichtlich der gesundheitlichen Beschaffenheit des Mopses aktiv werden zu müssen.
Erste Anfragen bei der Tierärzteschaft mit der Bitte um Unterstützung wurden eher abgetan.
Der Boom und die Nachfrage diesseits wie jenseits des VDH waren in vollem Gange und schier nicht mehr aufzuhalten, geschweige denn irgendwie zu koordinieren. Wir befinden uns jetzt zeitlich Mitte der 2000’er.

Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo die Nachfrage nach brachycephalen Korrekturen in der Tierärzteschaft sprunghaft ansteigt und erste Kritik in Richtung Qualzucht aus der Tierärzteschaft uns entgegen weht. Nunmehr bekommt der Sachverhalt Gewichtigkeit und die ersten Tagungen der Zuchtverantwortlichen zum Thema Qualzucht werden seitens des VDH folgerichtig einberufen.

Auf Grund der fachkompetenten Beratung und Unterstützung seitens des VDH konnten nach einigem hin und her die ersten Maßnahmen zur Bekämpfung der Qualzuchtproblematik erarbeitet werden.
Der Vet.med. Belastungstest (durch Zoologen und Tierärzte erarbeitet) wurde 2009 als fester Bestandteil zur Zuchtzulassung eingeführt.

Bereits nach kurzer Zeit ließ sich feststellen, dass immer weniger Ausstellungshunde Auffälligkeiten in der Atmung vorwiesen.
Dem nicht genug. Der Deutsche Mopsclub führte 2013 einen zweiten Vet. med. Belastungstest im Alter von mind. 24 Monaten ein.
6.1.2014 – Tagung zum Thema Qualzucht beim VDH:

Hier wurde im großen und ganzen die damalige Ist-Situation diskutiert und seitens des VDH der Vorschlag unterbreitet, ob man es sich vorstellen könne, einen zweiten Vet. med. Belastungstest im voll ausgereiften Alter der Zuchthunde (24 Monate) einzuführen. Eine nochmalige Auslese hinsichtlich der Bekämpfung von Qualzuchtmerkmalen würde die Folge sein.
Diesen führten die rassebetreuenden Vereine in weiser Voraussicht unter der Initiative des Mopsclub bereits im Jahr zuvor ein.
Auf dieser Tagung brachte der Mopsclub den Vorschlag ein, aus der Notwendigkeit aller Bemühungen heraus auch an die Zuchtrichter heranzutreten und diese entsprechend der Problematik zu sensibilisieren. Leider wurde dieser Vorschlag seitens des VDH mit der Begründung, dass dies Vereinssache wäre, komplett abgelehnt..

Daraufhin wurde seitens des Mopsclub ein Richterleitfaden entwickelt, welcher allen durch den Mopsclub eingeladenen Zuchtrichtern mit der Bitte um Beachtung ausgehändigt wurde und wird.
Dieser Richterleitfaden löst bei den Zuchtrichtern teils Begeisterung ob unserer Bemühungen aber auch gänzliche Ablehnung aus. Ein Schulterschluss mit dem VDH wäre sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung gewesen. Nun gut. Nichtsdestotrotz können wir nun nach all den Jahren der Anstrengungen feststellen, dass unsere Hunde immer besser werden.
Stand 2017:

Halten wir zum besseren Verständnis kurz fest, welche Erfordernisse zum Erlangen einer Zuchtzulassung erforderlich sind: DNA (Blut), Patella-Untersuchung, Ausstellungsergebnis, Vet. med. Belastungstest I und II, Phänotypbeurteilung (auf ZTP Veranstaltung) sowie eine veterinärmedizinische Unbedenklichkeitsbescheinigung zur Zuchtverwendung bzgl. der Atmung beim Mops. (!)

Die Welpenzahlen sind seit Jahren im Abwärtstrend und auch die Züchterschaft reduziert sich Zusehens. Umso größer und lauter jedoch die Stimmen aus der Tierärzteschaft und der Politik. Ja sogar von Zuchtverbot auf gesetzlicher Grundlage ist die Rede.
Insoweit beruft der VDH am 27.4.2017 eine Tagung zum bekannten Sachverhalt ein …
Bemerkung: der Gesetzgeber, wie auch die Tierärzteschaft machen keinen Unterschied im Zuchtergebnis zwischen seriösen kontrollierten Zuchtstätten oder Hundehändlern, Mischlingen, Farbmöpsen, „Ohne-Papiere“-Züchtern etc..

Das Ergebnis der Tagung vom 27.4.2017 ist abzuwarten, da eine Folgeveranstaltung auf Juli 2017 angesetzt wurde.

Wie kann es weiter gehen – versuchen wir in die Zukunft zu schauen:

Wie wir schon festgestellt haben, ist die Modewelle vorbei. Dieses einflussnehmende Element der Marktwirtschaft wird wohl oder übel auch nicht ohne Auswirkungen am Schwarzmarkt vorbei gehen. Sprich: der Markt wird auch hier einbrechen.

Schlussfolgernd reduzieren sich die auf den Markt gebrachten Welpen und weiterführend gedacht reduzieren sich insoweit auch die Brachycephal-Operationen. Die Tierärzteschaft wird in einigen Jahren brüskierend feststellen, dass dies allein auf Grund ihrer Bemühungen geschehen ist.

Belassen wir sie in diesem Gedanken und lassen wir uns überraschen. Die nächsten Moderassen wurden bereits von der uns bekannten Welle erfasst.

Was stellen wir nun fest?
Zeit. Wir brauchen ganz einfach Zeit. Alle Beteiligten müssen neben allen Bemühungen versuchen, die Zeit abwarten zu können …
Weitere sichtbare Zuchterfolge werden sich erst in den kommenden Generationen bemerkbar machen.

Daniel Brasa
1. Vorsitzender des Deutscher Mopsclub e.V.

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Presseerklärung  des Deutscher Mopsclub e.V (VDH/FCI)

Berichterstattungen in den Medien, welche die Rasse Mops in einem sehr schlechten Licht darstellen und die „Qualzuchtdebatte“ anstacheln, ohne die Maßstäbe einer fairen und sachlich korrekten Berichterstattung zu respektieren, sollten vorher folgende Fakten gelesen haben.

Wir möchten dazu anmerken, dass derzeit unter 10 Prozent der in Deutschland lebenden Möpse aus einem seriösen Zuchtgeschehen stammen. Die Mehrzahl der als Qualzucht deklarierten Tiere stammt aus einem komplett unkontrollierten Zuchtgeschehen (Stichwort „Wühltischwelpen“) oder wird ohne sachverständige Zuchtzulassungen vermehrt.

Zusammen tragen die beiden Verbände im VDH (Mopsclub e.V. und Verband  für Kleinhundezüchter e.V.) derzeit nicht einmal 600 Welpen jährlich ein – eine verschwindend kleine Zahl gegen die Übermacht der ausländischen Importhunde aus dem Handel und den kommerzorientierten inländischen Zuchtver- bänden. Den Hauptanteil dürfte der echte Hundehandel ausmachen, der sich im Wesentlichen auf Billigimporte aus Ländern stützt, in denen Tierschutz nur auf dem Papier existiert. Dort interessieren noch nicht einmal die bekannt skandalösen Haltungs- und Aufzuchtsbedingungen, geschweige denn gesundheitliche Zuchtziele. Aber wir müssen gar nicht so weit in die Ferne schauen, auch in Deutschland wird der „Markt“ überwiegend von „Zuchtverbänden“ bedient, die ohne jegliche Zucht- oder Gesundheitskriterien produzieren. Und das alles trotz Tierschutzgesetz, das an sich völlig ausreichend wäre, um Defektzuchten zu minimieren, es wird jedoch eigentlich gar nicht umgesetzt – entweder aus Bequemlichkeit oder weil solche Zuchtstätten gerne im Verborgenen produzieren, ohne Transparenz und somit nicht wirklich greifbar sind. Unter diesen Voraussetzungen sind in Deutschland unzählige von Züchter und Zuchtverbänden zu finden, in denen planlos vermehrt wird.

Der Mops und das „Brachyzephale Syndrom“- angeblich bedingt durch „zu kurze Nasen“, eine Begründung, die von unwissenden Journalisten nur allzu gerne als DIE Ursache aufgegriffen und verbreitet wird. Der Mops hat seine kurze Nase schon seit Tausenden von Jahren – auch am chinesischen Hof wurde keineswegs mit den „Langnasen“ gezüchtet, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutschland verbreitet waren. Letztere entstanden zwangsläufig durch Ein- kreuzungen anderer Rassen mangels originaler Ursprungshunde. Die bekannten Vitaldefizite verzeichnen wir erst vereinzelt seit etwa 30 Jahren, und zunehmend mit der explosionsartig ansteigenden Beliebtheit während der letzten 15 Jahre. Ein Grund hierfür ist, dass sich der Mops bei gleich gebliebenen Standardvorgaben ganz allmählich auf bis zu 12 – 14 kg nach oben entwickelt hat. Die mit „viel Masse auf kleinem Raum“ geforderte Körpersubstanz hat sich in der allgemeinen, unprofessionellen Umsetzung von „klein, kompakt, gute Knochenstärke und Muskelmasse“ in die Realität „fett, bindegewebsschwach und überhäutet“ verselbständigt.

 

Beim ursprünglichen Mops haben sich die Verhältnisse im Kopfbereich und den oberen Atemwegen harmonisch aufeinander eingestellt. Diese „Architektur“ muss zwangsläufig zusammen- brechen, wenn man Gewicht und Größe fast verdoppelt und dann noch davon ausgeht, dass dieses Konstrukt von einer laschen Binde- gewebsstruktur zusammen gehalten werden könnte, weil man das Rassemerkmal „Faltenbildung“ entgegen aller Vernunft überidealisiert. Der Modehund-Status hat all diese Probleme dann noch potenziert.

Die Zucht ist bei gewinnorientierten Züchtern auf Geld und Menge ausgerichtet, nicht auf Gesundheit und Standardkonformität. So wurde der Mops langsam aber sicher zu groß, zu schwer, zu faltig – und kurzatmig. Unsere Verbände befassen sich schon seit Jahrzehnten mit der Rasse. Die Veränderungen blieben uns nicht verborgen, und so wurden Zuchtzulassungsprüfungen eingeführt, die neben den Auswahlkriterien Rassetyp, Rassereinheit und Vitalität auch Gewichtskontrollen bei den Zucht-Aspiranten fordert. Darüber hinaus haben wir uns nach Rücksprache mit dem VDH als vorlegbaren Nachweis für eine Zucht mit gesunden und belastbaren Möpsen für ebensolche Nachkommen auf einen Vet. med. Belastungstest als zwingenden Bestandteil der Zuchtzulassung geeinigt. Seit der Durchführung ab  dem Jahr 2009 können wir heute belegen, dass nicht mal 5% bei einem Vet. med. Belastungstest vorgeführte Möpse durchgefallen sind. Aber auch hier ruhen wir uns nicht auf dem Erreichten aus, sondern steigerten diese Anforderungen noch mit einem zweiten Vet. med. Belastungstest für alle Zuchttiere ab einem Alter von mindestens 2 Jahren. Seit 2014 müssen alle Möpse, die eine vorläufige Zuchtzulassung besitzen, einen 2. Vet. med. Belastungstest ab einem Alter von 24 Monaten absolvieren.

Die Einzelvorstellung der Zuchttiere auf der Zuchtzulassungsprüfung verhindert Fehlentwicklungen und Übertypisierung. In diesem Sinne lauten unsere Zuchtziele:

  • Größe und Gewicht in Anlehnung an den gültigen Standard, bzw. zwingend harmonisch und athletisch zum Hund passend
  • ein kräftiger, ausreichend langer Hals
  • die geforderte „multum in parvo“ Statur besteht aus einem kompakt-gedrungenen, straffen Aufbau mit fester Muskulatur ohne belastende Fettanteile
  • gut geöffnete Nasenlöcher
  • breite Fangpartie für ausreichenden Naseninnenraum und gesunde Zähne
  • der Nasenschwamm (und nicht die Nasenfalte!) ist der prominenteste Gesichtspart
  • übermäßige Faltenbildung an Kopf und Körper sowie schlaffes Bindegewebe sind ungewünscht.

Unsere Züchter züchten Welpen mit Herz und Sachverstand, weil sie die Rasse Mops und deren Charaktereigenschaften lieben. Sie nehmen viele Einschränkungen und Regelungen auf sich, um ihre Traumrasse gesund zu erhalten; z. B. die Patella-Untersuchungen von zertifizierten Veterinären, die Zuchtzulassungsprüfung (durchgeführt durch fachkundige Richter mit fundierter Ausbildung und qualifizierter Spezialkompetenz in der Rasse), Kontrollen der Zuchtstätten, Hundehaltung und Welpenaufzucht. Unsere Züchter unterliegen einer steten Fortbildungspflicht und das Auftreten genetischer Defekte wird offen behandelt, diskutiert und selektiert.

Die Summe dieser Maßnahmen ermöglicht uns die Feststellung, dass man unsere Hunde getrost als „mopsfidel“ bezeichnen darf. Unsere Hunde erreichen ein überdurchschnittliches Alter ( oft 14 Jahre und älter), verhalten sich trotz Zwerghundestatus wesensfest, instinktsicher, vital insbesondere in Bezug auf das Fortpflanzungsverhalten und ziehen ihre Welpen ohne Eingreifen des Menschen selbst auf. Im Erhalt der genetischen Vielfalt gehen wir keine Risiken ein, sondern legen züchterischen Sachverstand an. Dabei berücksichtigen wir den Inzucht- und Ahnenverlustkoeffizienten durch Exporthunde aus dem breit gefächerten Pool der FCI (Fédération Cynologique Internationale). Einkreuzungsexperimente mit anderen Rassen lehnen wir ab – die Basis ist groß genug, um die Rasse gesund zu erhalten. Der Istzustand unserer Rasse ist ein Guter. Nur weil wir uns offensiv für die Rasse einsetzen und unsere Selektionsmaßnahmen offen darlegen, müssen wir nicht ständig medial in die Verantwortung genommen werden, schon gar nicht für Erscheinungen, die wir in jahrzehntelanger Zuchtarbeit in unseren Reihen erst gar nicht haben aufkommen lassen.

Wie bereits eingangs erwähnt, sind wir zwar immens engagiert, aber zahlenmäßig schlicht nicht in der Lage, auf die ganze Rasse betrachtet, Nennenswertes zu bewirken. Jedoch können wir dem informierten Mopsinteressenten mit einem verantwortungsbewusst gezüchteten Welpen dienen, der die besten Aussichten auf ein langes, gesundes Leben mitbringt.

Nach vielen negativen Veröffentlichungen und den verzerrten Medienkampagnen mussten wir lernen, dass wir entweder gar nicht kontaktiert wurden oder dass Beiträge grob verfälscht und aus dem Zusammenhang gerissen wurden. Wir stehen Journalisten und Medienvertretern, die den Kontakt zu uns suchen, trotzdem immer noch gerne zur Verfügung. Wir sind stolz auf unsere Rasse Mops und brauchen unsere züchterische Arbeit wahrlich nicht verstecken.

Einmal Mops, immer Mops! Denken Sie deshalb bei Interesse an einem Mopswelpen darüber nach, woher dieser Hund stammt und was für seine Gesundheit getan wurde. Für Ihre Fragen stehen wir jederzeit zur Verfügung.